Äthiopien: Auf der Suche nach einem Aufschwung

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Einwohnerzahl: 86 Millionen (Rang zwei auf dem afrikanischen Kontinent)
Bevölkerungswachstum: 2,1% (2012)
Lebenserwartung: 59,7 Jahre (2012)
Arbeitslosenquote: nicht mitgeteilt
Wirtschaftswachstum: 7% (2012)
Einwohner unter der Armutsschwelle (2$ / Tag): 77% (2005)

Lange Zeit galt Äthiopien als „bettelarm“, aber dieses Bild entspricht nicht mehr der Wirklichkeit, da das Land heute eine der dynamischsten Volkswirtschaften des subsaharischen Afrikas besitzt. In punkto Wohlstand steht es hinter Südafrika, Nigeria und Angola an vierter Stelle.

Äthiopien hat ein kräftiges Wirtschaftswachstum aufzuweisen (7% für 2011-2012), muss aber gegen eine sehr starke Inflation ankämpfen, die durch monetäre Maßnahmen mehr schlecht als recht eingedämmt wurde. So gelang es der Regierung, sie von 21% (2012) auf 10,3% (Februar 2013) zu senken. Da Äthiopien kaum Bodenschätze besitzt, setzt das Land ganz auf industrielle Entwicklung um sein Wirtschaftswachstum aufrecht zu halten. Zwischen 2004 und 2009 wuchs die Wirtschaft des Landes rasant um jährlich 11,5%, aber dieses Wachstum hat sich in den letzten Jahren deutlich verlangsamt. Heute ist das Land auf der Suche nach einem industriellen Wiederaufschwung.

Dabei setzt Äthiopien vor allem auf groß angelegte Staudamm-Projekte am Blauen Nil, mit dem Ziel, Afrikas wichtigster Stromlieferant zu werden. Schwachpunkt der äthiopischen Wirtschaft ist dagegen der nur wenig produktive landwirtschaftliche Sektor, obwohl dieser mehr als 45% des BIP ausmacht und 80% aller Erwerbstätigen beschäftigt. Landwirtschaftliche Exporte spielen im äthiopischen Außenhandel weiterhin eine große Rolle, wobei das Handelsdefizit im letzten Jahr um 43% zunahm und 7,9 Milliarden Dollar (6,4 Milliarden Euro) erreichte.

Mit seinen 86 Millionen Einwohnern und einem Bevölkerungswachstum von 2% bleibt Äthiopien ein Land, dessen Bewohner zu 83% auf dem Land und zu 77% unter der Armutsgrenze leben. Seine industrielle Entwicklung bleibt daher unsicher.

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